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Rezension „Kuckucksmörder“

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Die Fassade einer heilen Familie widert ihn an. Das stille Leid, der stumme Schmerz. Er wird ihnen zeigen, wie eine intakte Familie auszusehen hat und was man mit denen macht, die Schuld auf sich geladen haben.

In Raimon Webers Psychothriller „Kuckucksmörder“ wird nicht lange gerätselt, wer der Mörder ist, nein, er wird uns schon bald vorgestellt und zur Hauptfigur erkoren. Wir dürfen seinem schrecklichen Treiben beiwohnen, seinem Pläneschmieden lauschen und seine Beweggründe erfahren. Dabei schlüpfen wir sporadisch auch in die Perspektive eines Opfers und einer Polizistin, die trotz schwerer Krankheit aus persönlichen Gründen auf eigene Faust nach dem Mörder sucht.

Der Titel passt perfekt. Dass häusliche Gewalt in diesem Roman eine gewichtige Rolle spielt, empfand ich als eine erfrischend andere und gute Idee. Solche Schicksale bleiben oft unerkannt und wir sollten vielleicht alle in der Hinsicht aufmerksamer auf unsere Mitmenschen achten. Im Roman wird unterschwellig ohne Zweifel der mahnende Finger erhoben. Der Autor schafft es in dem Zusammenhang sogar, zum Teil sowas wie Verständnis und Zustimmung für die Ansichten des Kuckucksmörders zu erzeugen.

Die Spannung wird zwar durchweg gehalten, ist aber grundsätzlich eher auf mittelmäßigem Niveau. Das Ende ist nicht absehbar und – was gerade bei Thrillern nicht selbstverständlich ist – gelungen. Empfehlenswert besonders abends zur dunklen Jahreszeit.

  • Titel: „Kuckucksmörder“
  • Autor: Raimon Weber
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • Genre: Psychothriller
  • Ersterscheinung: 14.11.2014
  • 288 Seiten
  • Preis: 09.99 €
  • ISBN-13 9783548285344

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Rezension „Die seltsame Reise mit meinem Bruder“

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Nelly liebt gutes Essen und dessen Zubereitung. Vor allem für ihren eigenen Food-Truck. Ihr Leben könnte so schön sein, wäre da nicht die ewige Sorge darum, dass sie sich später um ihren autistischen Bruder Nils kümmern muss, wenn es ihre Mutter nicht mehr kann. Durch einen Unfall dieser wird Nelly plötzlich dem Ernstfall auf Probe ausgesetzt.

Renée Karthee nähert sich in „Die seltsame Reise mit meinem Bruder“ einem schweren Thema auf eine lockere Art an. Die Betreuung und Pflege von Verwandten ist oft nicht leicht zu schultern. Nelly ist von Kindesbeinen an daran gewöhnt, dass ihr Bruder spezielle Aufmerksamkeit benötigt. Sie ahnt sehr genau, was für eine Belastung ihr Bruder für sie sein wird. Sie will diese Verantwortung nicht, um die sie nie gebeten hat. Das sollte man im Hinterkopf behalten, denn unsere Protagonistin legt vorerst alles andere als sympathische Eigenschaften an den Tag, die es schwer machen, sie gern zu haben.

Das Buch ist nicht als Hilfe zur Selbsthilfe oder Mutmacher zu verstehen. Auch ist man hier falsch, wenn man wissen möchte, was Autismus denn genau ist. Es wird einfach nur eine schöne kleine Geschichte erzählt, mit leichten Schmetterlingen im Bauch wie das Cover sie schon ankündigt. Darin enthalten sind bezaubernde englische Häuser und Landschaften, Nils mit seiner eigentümlichen, aber liebenswerten Art und eine unerwartete Bekanntschaft, die Nellys Leben wohl noch mehr auf den Kopf stellt als ihr Bruder.

In der Geschichte heißt es, dass nicht genau bekannt sei, was Nellys Bruder letztendlich hätte. Er wäre nie getestet worden. Wahrscheinlich Asperger Syndrom, vielleicht noch etwas zusätzlich. Unnötig vage, aber auf diese Weise hinterfragt niemand sein Verhalten, was mir die einzige Erklärung ist.

Die sehr detaillierten Beschreibungen der Essenskreationen und auch das jeweilige Rezept am Ende jedes Kapitels machen das Buch einmalig und passen gut zu unserer Hauptfigur Nelly. Weniger freute es mich, dass sich bei Nelly Gedanken dazu einschlichen, dass das Essen bei ihr auf die Hüfte gehen könnte. Drei Sätze dazu aus dem Roman gestrichen und es hätte mir besser gefallen. Essstörungen sind ein ewig aktuelles Thema und ein Frauenroman darf gerne ohne gedankliche Abwanderungen auskommen, die als Tendenzen in diese Richtung interpretiert werden können.

  • Titel: „Die seltsame Reise mit meinem Bruder“
  • Autor: Renée Karthee
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • Genre: Herz und Humor Frauenunterhaltung
  • Ersterscheinung: 10.07.2015
  • 304 Seiten
  • Preis: 09.99 €
  • ISBN: 13 9783548285177

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Rezension „Bird & Sword“

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Amy Harmon entführt uns in ihrem märchenhaft anmutenden Romantasy-Schmöker „Bird & Sword“ in die Welt Jeru, in der Magie mit dem Tode bestraft wird.

Lark, unsere Ich-Erzählerin, muss schon in jungen Jahren mit ansehen, wie das Urteil an ihrer Mutter vollstreckt wird. Um Lark vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, nimmt ihre Mutter ihr kurz vor ihrem Tode ihre Stimme. Dreizehn Jahre später wird Lark als Geisel an den Hof des Königs geholt. Dort erkennt sie, dass auch König Tiras einige Geheimnisse umgeben.

Eine stumme Hauptfigur zu begleiten, ist eine spannende neue Erfahrung und von der Autorin wunderbar umgesetzt.
Es geht eindeutig nur oberflächlich um die Beschreibung und Ausschmückung der phantastischen Welt, obwohl der Ansatz so vielversprechend ist, dass es fast schon eine Schande ist. Die Liebesgeschichte und Larks persönliche Entwicklung stehen im Mittelpunkt, angemischt mit reichlich Zauberei. Der Verlauf der Geschichte ist zwar schon vorhersehbar, trotzdem aber nicht langweilig zu lesen. Wie genau das Liebespaar zueinander findet, das erfährt man dann doch nur beim Lesen.

Lark wirkt in der Liebesbeziehung leider schrecklich ergeben und ihr Partner derart grob und kühl, dass Lark zeitweise zu wünschen wäre, von ihm loszukommen. Plötzlich ist das alles vergessen und Romantik dringt geradezu triefend aus jeder Pore. Etwas mehr Authentizität und Logik wären dem Roman insgesamt gut bekommen.

Dennoch: Die Idee, als Autorin der Magie der Worte eine besondere Bedeutung beizumessen, hat mir imponiert und durchweg gut gefallen.

Der Vergleich mit „Game of Thrones“ ist allein eine Werbestrategie und man darf hier keine Arya Stark erwarten. Larks Werdegang nach der Hinrichtung ihrer Mutter ist ein komplett anderer.

Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Teil einer zwei Bände umfassenden Reihe. Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Teil 2 trägt den Titel „Queen and Blood“ und erscheint am 27. Juli 2018. Dort wird eine Nebenfigur aus dem ersten Teil zur Hauptfigur erhoben.

  • Titel: „Bird and Sword“
  • Autor: Amy Harmon
  • Verlag: LYX Verlag
  • Genre: Romantische Fantasy
  • Ersterscheinung: 26.10.2017
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • 398 Seiten
  • Preis: 15.00 €
  • ISBN: 978-3-7363-0548-9

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Rezension „Silberflamme“

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Was habe ich Bernhard Hennens und Robert Corvus‘ Roman „Silberflamme“ entgegen gefiebert!
Endlich geht die Reise unserer rivalisierenden Seefahrer Asleif Phileasson und Beorn, dem Blender, für uns weiter, mit Band 4 der Phileasson-Saga.

Der nächste Abschnitt unserer Rundreise um Aventurien, der Welt aus dem bekannten Rollenspiel „Das Schwarze Auge“(DSA), führt uns nach Tobrien, einem noch sehr naturbelassenem Herzogtum. Dieses Mal geht es besonders heiß her, denn wir haben zwei Wettstreiter, aber nur eine Silberflamme, die es zu finden gilt.

Wie schon bei den anderen Bänden der Reihe steigen wir nicht sofort in die aktuellen Geschehnisse ein, sondern erfahren im Prolog etwas zu Charakteren und Handlungen aus der Vergangenheit.
Spätestens danach sind wir aber genauso ungeduldig wie unser thorwalisches Vorbild Phileasson und wollen endlich von unseren Helden lesen. Dieser Wunsch wird uns erfüllt und wir sind direkt mittendrin: in der Mannschaft, in der Handlung.

Wir werden etlichen Crewmitgliedern „zugeschaltet“ und gewinnen neue Einblicke in ihre Beweg- und Hintergründe und ihre Intentionen. Keiner kommt dabei merklich zu kurz. Manch einer mag jedoch dadurch unerwartet in Ungnade fallen, ein anderer überraschend an Zuneigung gewinnen. Hier kann man sich nicht ganz sicher sein, was kommt. Ebenso gilt es für den jeweiligen Weg, den die Kontrahenten einschlagen.

Es zieht uns zu vielen neuen Handlungsorten mit teils sehr unterschiedlicher Vegetation. Die Beschreibungen schaffen es, die Kulissen geradezu greifbar zu machen. Zusammen mit den wirklich einmaligen Figuren wird es ein wahres Erlebnis. Die intensiven Bilder bleiben im Kopf, insbesondere die humorvollen und die spannungsgeladenen.

Für Kenner des Schwarzen Auges oder gar der Phileasson-Kampagne verstecken sich viele Anspielungen im Roman. Für Eingeweihte sicher eine ganz besondere Freude. Mir haben sie auf jeden Fall gut gefallen. Leider hat mir persönlich die Charakterentwicklung von einigen Crewmitgliedern dieses Mal nicht ganz so zugesagt, aber im nächsten Band kann sich bekanntlich schon wieder einiges ändern. Dass dieser Band bisher der längste der Reihe war, ging beim Lesen ziemlich unter. Es war trotzdem zu schnell das Ende erreicht.

  • Titel: „Silberflamme“
  • Autor: Bernhard Hennen, Robert Corvus
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Fantasy
  • Ersterscheinung: 11.09.2017
  • 688 Seiten
  • Preis: 14.99 €
  • ISBN: 978-3-453-31824-3

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Rezension „Die stille Kammer“

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Susan Webster wurde für den Mord an ihrem Baby verurteilt. Nach ihrer Entlassung aus der Forensischen Psychiatrie beginnt sie einen Neustart. Doch schon bald taucht ein Foto auf, das ein etwa 4 Jahre altes Kind zeigt. Auf der Rückseite steht der Name ihres Sohnes. Ist das Kind auf dem Bild tatsächlich ihr Dylan?

Die Geschichte lässt lückenlos Susan Websters Anstrengungen mitverfolgen, aufzuklären, was es mit dem Foto und anderen Vorfällen auf sich hat. Recht regelmäßig wird der Handlungsstrang unterbrochen und es werden vergangene Ereignisse beschrieben, die erst im weiteren Verlauf mit den Handlungen der Gegenwart ein gemeinsames Bild ergeben. Herrlich zum Miträsteln und Verdächtigen.

Die Spannung bleibt durchweg bestehen. Durch die Ich-Erzählung fühlt man sich Susan sehr nah und hegt für sie schnell die Hoffnung, dass ihr Kind noch lebt. Ist dies aber angebracht oder hat Susan doch den Tod ihres Kindes verursacht?

Das Hinterfragen wird oft dem Leser überlassen, was Susan und auch ein paar Nebencharaktere naiv wirken lässt bzw. ihr Verhalten nicht immer vollständig nachvollziehbar macht. Manchmal fallen einzelne Personen auch aus ihren Verhaltensmustern, weshalb die Gesamtgeschichte letztendlich nicht ganz „rund“ daherkommt.

„Die stille Kammer“ von Jenny Blackhurst leidet unter der deutschen Titelwahl. Zum Original „How I lost you“ lässt sich deutlich einfacher ein Bezug zum erzählten Text herstellen. Das Cover steht in keiner Verbindung zum Inhalt. Fast so, als wäre es für einen anderen Roman gefertigt worden.

Ein ungeahnt hohes Ausmaß an Verstrickungen zeichnet den Roman aus. Dies ist nicht nur Stärke, sondern gleichzeitig auch Schwäche in puncto Glaubwürdigkeit. Unschön finde ich persönlich die Art der bewusst falsch gelegten Spuren: Unter dem Deckmantel, die Autorin wolle dem Leser einen Wissensvorsprung verschaffen, werden absichtlich trügerische Zusammenhänge erzeugt. Dieses Aufwands hätte es meiner Meinung nach schlichtweg nicht bedurft.

Die Autorin scheint mit der Beendigung ihres (ersten) Buches erhebliche Mühe gehabt zu haben (interpretiert aus den Danksagungen). Mit dem Roman braucht sie sich aber nicht verstecken. Es ist ein ordentlicher Thriller dabei herausgekommen, der zwar seine kleinen Mankos hat, sich alles in Allem aber sehr gut lesen lässt.

  • Titel: „Die stille Kammer“
  • Autor: Jenny Blackhurst
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Genre: Psychothriller
  • Ersterscheinung: 15.05.2015
  • 446 Seiten
  • Preis: 09.99 €
  • ISBN: 978-3-404-17219-1

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Rezension „Nordwärts“

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Am 11. September 2017 erscheint „Silberflamme“, der vierte Band der Phileasson Saga aus den Händen von Bernhard Hennen und Robert Corvus.

Aus diesem Anlass möchte ich dir diese glorreiche Fantasy-Reihe mit der Rezension zu Band 1, „Nordwärts“, nochmals näher bringen (es existiert bereits von mir eine Rezension zu „Die Wölfin“, dem 3. Teil der Saga).

 

Anfänge sind doch immer etwas ganz besonderes. Erst recht, wenn es der Beginn einer Seefahrt ist, die in insgesamt 12 Bänden erzählt werden soll. In ihnen wird nicht weniger als die komplette Welt Aventurien (aus dem Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ – keine Vorkenntnisse nötig!) umrundet, mit ihren verschiedenen Vegetationen, Kreaturen, Völkern und Bräuchen, Formen der Magie, Mysterien und Herausforderungen.

Die Hauptrollen spielen dabei zwei berühmt, teils berüchtigte Seefahrer und Kontrahenten, Asleif Phileasson und Beorn, der Blender, die im Wettstreit um den Titel „König der Meere“ diese wahnsinnige Unternehmung wagen. Wer auf eine solch großartige Expedition geht (übrigens nicht in 80 Tagen um die Welt, sondern in diesem Fall in 80 Wochen), der sucht seine Gefolgsleute mit Bedacht aus. Vor allem da es nebenbei noch 12 Aufgaben zu lösen gilt.

Tatsächlich nimmt die Vorstellung der künftigen Besatzungsmitglieder in diesem ersten Band mehr Raum ein als die Ausführungen zu den beiden Titelanwärtern, was sicher nicht verkehrt ist: Wie viel muss man Helden noch lobpreisen, wenn doch schon Lieder über sie gesungen werden? Die Geschehnisse um Phileasson werden insgesamt aktiver begleitet als die seines Nebenbuhlers, des Blenders. Im Wettlauf gegeneinander darf daher, je nachdem für welchen Wettstreiter das Herz schlägt, kräftig für seinen Auserwählten mitgefiebert werden, ob er die Nase vorn hat.

Der Auftakt des Buches irritiert, aber es ist beim Lesen spürbar, wie gut die Geschichte durchdacht ist und wie klar die Charaktere vorskizziert wurden. Hier hält man hohe Handwerkskunst in Händen. Obwohl es zwei Autoren sind, ist nicht zu erkennen, aus wessen Feder welche Textpassage stammt. Niemand hat behauptet, dass eine Reise ins ewige Eis nicht beschwerlich wäre. Entsprechend lesen sich ein bis zwei Stellen etwas anstrengend langatmig, was jedoch Atmosphäre schafft.

„Nordwärts“ gibt den Kurs bereits bekannt. Doch welche Tücken die See bereit hält, wie ein frisch zusammengewürfelter Haufen zu einer Mannschaft wächst und ob im Norden Wunder oder bittere Kälte auf die Reisenden wartet, das musst du schon selber lesen. Denn sonst würde dir einiges entgehen.

  • Titel: „Nordwärts“
  • Autor: Bernhard Hennen, Robert Corvus
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Fantasy
  • Ersterscheinung: 11.04.2016
  • 496 Seiten
  • Preis: 14.99 €
  • ISBN: 978-3-453-31751-2

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Rezension „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“

Kristina Günak ist mit „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ ein schön leichter Liebesroman gelungen, mit dem man ein paar wundervolle Stunden verbringen kann. Den Hergang kann man sich im Groben zwar schnell zusammenreimen, aber in diesem Fall ist der Weg das Ziel:

Bea hat immer alles im Griff. Darum erhält Bea den Auftrag, den Star-Autor ihres Verlages, der gerne mal aus der Reihe tanzt, unter ihre Fittiche zu nehmen. Was folgt, ist eine sanfte Entwicklung von zwei unfreiwillig zusammengepferchten Menschen hin zu einem Paar, das sich im Tiefsten miteinander verbunden fühlt.

Hervorzuheben ist dabei das immer intensivere Abtauchen in die Hintergründe und Beweggründe der beiden. Vielleicht ist der Titel gleichsam eine Anspielung darauf, wie viel Liebe die Autorin auch in ihr Schreiben steckt, denn die Figuren mit ihren Ecken und Kanten sind wunderbar erdacht und überzeugen mit ihrer Realitätsnähe. In der Charakterentwicklung ist sogar eine moralische Botschaft enthalten.

Auch dieser Liebesroman kommt ohne Klischees des Genres nicht aus. Es ist aber durch das verhältnismäßig geringe Ausmaß noch zu verschmerzen. Insgesamt ist das Buch sicher mit viel Humor gespickt, allerdings erzeugt dieser keine großen Lacher und hat geradezu Sitcom-Charakter mit einer spürbaren Aufforderung zum Lachen an bestimmten Stellen.

Mir persönlich kam der draufgängerische Star-Autor deutlich zu brav vor. So fehlte mir eine stärkere Eskalation. Die ganze Geschichte hätte auch gut ohne das tatsächliche Erscheinen von Beas Familie auskommen können. Vielleicht hätte es dann mehr Seiten für das Weiterspinnen der Geschichte gegeben, denn…

Durch den flüssigen Schreibstil geht es ungebremst in schnellem Tempo durch die Kapitel. Schon ist die letzte Seite da. Schade, hier hätte es gerne noch weitergehen dürfen.